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Wenn dich ein Stoffhund kontaktiert

Mit Xaver in Norwegen

Mir ist ja wirklich schon viel im Netz passiert. Aber dass mich ein Stoffhund anschreibt und um eine gemeinsame Bergtour bittet, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Gerade komme ich von einer kurzen Norwegenreise zurück. Xaver, so heißt das Viecherl, das streng genommen ja ein Strickhund ist, war mit in meinem Handgepäck. Aber der Reihe nach:

Hund Xaver hat eine eigene Webseite, einen Facebook Account und twittert eifrig. Seine Mission: eine durchaus egozentrische. Xaver will mit! Er ist das Leben als Bürohund leid und will möglichst oft in die Berge. Mit unterschiedlichen Personen. Eine Art Wanderhund im doppelten Wortsinn also.

Als er mich anschreibt und fragt, ob ich ihn auf eine Tour mitnehme, muss ich schallend lachen. Da ich zwei Tage später nach Bergen in Norwegen fahre, schlage ich ihm vor, ihn zwar nicht in die Berge, aber immerhin nach Bergen mitzunehmen. Xaver ist begeistert, sagt via Email sofort zu. Und damit hatte ich neben meinem Neffen nun auch einen Rüden als Begleiter.

Vor ein paar Jahren las ich mal in der tz München, dass die Bergwacht ausrücken musste, um ein Stofftier, ich meine es war ein Frosch, nach einem Absturz zu bergen. Die Besitzer nahmen das Tier wohl seit vielen Jahren auf jede Bergtour mit und waren untröstlich als das Vieh abgestürzt war. Aus eigener Kraft konnten sie den Frosch nicht retten, da er an einer besonders gefährlichen Stelle zu liegen kam. Ich fand das damals dämlich und die Rettungsaktion an sich mehr als fragwürdig. Die Bergwacht rückt aus, um ein Stofftier zu suchen? Ich muss an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass die Besitzer ordentlich Geld für diesen am Ende erfolgreichen Einsatz hingelegt hatten.

Und jetzt war also Xaver mit mir in Norwegen. Nach der Übergabe, die in München erfolgte, war er eine Nacht bei mir, ehe es zum Airport ging. Mein Neffe fand die Aktion auf Anhieb witzig. Ich brauchte ein paar Stunden. Als ich Xaver beim Einsteigen in den Flieger in das Außenfach meines Rucksacks auf den Rücken packte und meinen Sitzplatz suchte, höre ich jemanden hinter mir sagen: Wo darf Xaver denn heute hin? Wie bitte? Hab ich richtig gehört? Ich drehe mich um. Die Dame, sie heißt Freia und kennt ganz offensichtlich Frauchen, ist bestens mit Xaver bekannt. Wir machen ein erstes Foto und senden einen Tweet. Ab jetzt finde ich die ganze Aktion rund um Xaver extrem lustig.

Naja und dann kommt eines zum anderen. Das Tierchen wächst dir irgendwie ans Herz. Du kannst gar nicht anders. Ein paar Fotos pro Tag sollte ich senden und ein paar Zeilen dazu. Na logo machen wir das. Wenn schon, denn schon. Und so kommt's, dass du irgendwann eine Fast-Schon-Beziehung zu dem Viecherl aufbaust, in seine braune Strickhaut schlüpfst und dir überlegst, wo ein lustiges, gutes Foto entstehen könnte. Respekt! Xaver hat sich ziemlich durchgesetzt. Er war rund um die Uhr dabei. Bei jedem Essen, im Museum, auf dem Schiff, in der Bergbahn, am Gipfel, sogar am Frühstücksbuffet. Und ja, wir haben mit ihm gesprochen! Morgen verlässt er mich. Xaver wir bleiben Freunde! Ich werde dich im Netz verfolgen. Im Winter kommst du auf eine Skitour mit. Ok? Und: Gruß an Frauchen!

PS.: Ich hätte dich auch retten lassen :-)

http://www.xaver-will-mit.de/